Die Geschichte vom bösen Berggeist

Ganz oben auf den Bergen in einen dichten Nadelwald, steht eine einsame Hütte. Weit und breit ist kein weiteres Haus zu sehen. Nur wenn man den kleinen Waldweg abwärts geht, sieht man ganz tief unten im Tal die Dächer der Häuser in denen Menschen wohnen.

Die einsame Hütte besteht komplett aus Holz. In den Fenstern spiegelt sich hin und wieder die Sonne. Es ist sehr ruhig in dieser Hütte. Doch abends, wenn es dunkel wird, hört man Schritte. Die ganze Gegend wirkt unheimlich. Irgendwo in der Ferne hört man einen Kauz schreien. Jedes Geräusch des Waldes wirkt durch die einkehrende Ruhe viel lauter. Der Wald ist schwarz.

Im Tal erzählen sich die Menschen gar gruselige Geschichten. Sie tragen diese seit Generationen weiter. Man erzählt sich, dass ein böser Berggeist in dieser Hütte wohnt. Doch keiner hat ihn bisher gesehen.

Eines Tages trug es sich zu, es war bereits wieder dunkel, dass man vom Tal aus Schatten an dieser Hütte sah. Zwei Kinder hatten dies beobachtet und liefen aufgeregt ins Haus. Zu ihren Eltern. Sie erzählten ihnen was sie gesehen hatten.

„Bleibt nur im Haus“ sprachen die Eltern. Es ist auch schon spät und dunkel draußen. Die Kinder gehorchten und gingen ins Bett. Dich sie fanden keine Ruhe. Leise schlichen sie mitten in der Nacht wieder aus dem Haus. Die Neugierde war einfach viel zu groß.

Aus der Hütte heraus hörte man ein lautes Poltern, was später klang als würde jemand Holz hacken. Das Echo der Berge gab diese Geräuche wieder, so dass man sie im ganzen Tal hören konnte.

Die Kinder saßen noch immer vor ihrem Haus und lauschten den Geräuschen. „Was tut er da nur?“ dachten sie. Sie fassten einen Entschluss. „Wie müssen unseren ganzen Mut zusammen nehmen, und an die Hütte gehen.“ sprach eines der Kinder. Und sie gingen los. In Richtung des Berges, wo diese Hütte stand. Unterhalb des Berges entdeckten sie einen Weg, der direkt in den dunklen Wald führte, aber immer schmaler wurde.
Langsam aber sicher bekamen die Kinder Angst. Gingen aber dennoch weiter. Die Geräuche wurden zunächst immer lauter.

Plötzlich war alles still. Nur der Kauz in der Ferne schrie noch immer. Die Kinder blieben stehen. Sie trauten sich einfach nicht weiter. Als sie plötzlich Schritte hörten. Die immer näher kamen. Wie erstarrt blieben sie stehen, als plötzlich ein großer Schatten vor ihnen auf tauchte. Der böse Berggeist hatte bemerkt, dass irgendjemand in seinem Wald war.
Sie erschraken und rannten so schnell sie nur konnten zurück ins Dorf und schlossen sich im Haus ein.

Die Eltern, die längst bemerkt hatten, dass die Kinder nicht zu Hause waren fragten: Wo kommt ihr her? So mitten in der Nacht?“
„Wir.. wir.. wir…“ stotterten sie „Wir waren im Wald, da auf dem Weg wo es zu dieser Hütte geht.“ sprach eines der beiden. Die Eltern erschraken, als sie das hörten. „Geht da nie nie wieder hin.“

Was die Kinder nicht bemerkt hatten war, dass der böse Berggeist ihnen gefolgt war. Noch nie hatte er sich ins Tal getraut. Doch nun war er da. Mitten in diesem Dorf, wo keine Menschenseele mehr zu sehen war. Er schaute sich um und entdeckte durch das Fenster die Kinder. Die natürlich aus lauter Angst noch immer nicht schliefen. Eines der beiden Kinder entdeckte den bösen Berggeist und fing an zu schreien. Der Berggeist erschrak und rannte davon. Die Eltern kamen. „Was ist los?“ Er war hier.. am Fenster.. dieser böse Berggeist.“ Um die Kinder zu beruhigen gingen die Eltern vor das Haus, um nach dem rechten zu sehen. Doch da war niemand. Also beruhigten sie die Kinder. „Das habt ihr sicher nur geträumt.“

Der böse Berggeist, der sich nur versteckt hatte, kam wieder hervor und sah sich im Dorf um. All das was es da zu sehen gab, hatte er noch nie gesehen. Alles durchwühlte er und nahm es auseinander. Und ging einfach weiter. Es entstand nur ein großes Chaos überall. Überall wo er auf tauchte hinterlies er ein einziges Chaos.


Doch dann hatte er genug. Und zog sich wieder in seine Hütte zurück. Am nächsten Morgen, als die ersten Dorfbewohner das Chaos sahen, brach Panik aus. Keiner wusste so genau was geschehen war.

Auch die Kinder waren wieder auf den Beinen. „Wir haben euch gesagt das er hier ist.“ sprachen sie zu den Eltern. „Er hat hier alles verwüstet und zerstört. Was sollen wir nur tun, wenn er wieder kommt? Jetzt wo er den Weg kennt. Hier ins Tal.“ Den Eltern war Angst und Bange, bei dem Gedanken, dass der Berggeist wieder kommt.

Die Dorfbewohner beseitigten die Schäden, die der Berggeist angerichtet hatte. „Wir brauchen einen Plan“ sprach einer. Ein andere wollte ihn verjagen. Aus seiner Hütte, aus diesem Wald.

Der Tag verging und es wurde wieder dunkel. Und obwohl aus der Hütte nichts zu hören war, lag das halbe Dorf auf der Lauer. Sie wollten den Berggeist auf frischer Tat ertappen. Ein zweites mal wird er das Dorf nicht so verwüsten.

Tief in der Nacht ging in der Hütte das Licht aus. Das Dorf wollte schon auf atmen, als sie wieder Schritte hörten. Die immer lauter wurden und immer näher kamen. Und dann stand der böse Berggeist mitten im Dorf. Und sah sich wieder um. Er staunte nicht schlecht das alles wieder so aufgeräumt aus sah. Und da er das Chaos liebte, machte er sich sofort daran wieder alles zu zerstören. Er war so vertieft, dass er gar nicht bemerkte, wie sich die Dorfbewohner kreisförmig um ihn herum postierten. Und wie auf Kommando gingen die Taschenlampen an, die den Berggeist so blendeten, dass er nichts mehr sehen konnte. Wie versteinert stand er da.
„Was tust Du hier? Warum zerstörst Du unser Dorf? Warum machst Du unsere tägliche Arbeit so zunichte?“

Der Berggeist sah die Dorfbewohner nur an und fand selber keine Antwort. Weil er keine hatte. Weil es seine Art war vieles einfach zu zerstören und dann weiter zu gehen.

Einer aus dem Dorf rief: „Tötet ihn!“ Ein anderer: „Lasst uns ihn verjagen, damit er nie wieder kommt!“ Da kamen die beiden Kinder und riefen: „Halt! Tötet ihn nicht!“

Der böse Berggeist sah die Kinder an, die ihm immer näher kamen. Fliehen konnte er nicht, und die Kinder hatten irgendwie auch keine Angst mehr. Als sie vor ihm standen sagte eines der Kinder: „Lasst uns das in Ruhe klären. Anscheinend hat er nur gelernt alles zu zerstören. Anscheinend kann er es einfach auch gar nicht anders. Lasst uns zusammen einen Deal vereinbaren.“

Das Kind sah den Berggeist an. „Lass uns friedlich nebeneinander leben. Du bleibst oben im Wald, in Deiner Hütte und zerstörst nachts unser Dorf nicht mehr und wir werden nie wieder in deinen Wald ein dringen.“

Der Berggeist verstand sehr wohl, was die Kinder ihm sagten. Er sah in die Runde der Menschen. Diese gingen ihm aus den Weg, so dass der Berggeist zurück in den Wald gehen konnte. Das tat dieser auch.

Ab da hatten die Menschen im Dorf ihre Ruhe. Nur manchmal hörten sie noch die Schritte des Berggeistes. Dieser jedoch schaute den Menschen nur noch vom Waldrand aus zu und beobachtete sie aus der Ferne.

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