Unterwegs – Karl-May-Fest Radebeul-Oglala Lakotas

Die Oglala Lakotas aus South Dakota

Von Indianern kann man echt jede Menge lernen. Wenn man sich mit ihnen befasst. Befassen will. Und wenn man dies tut bemerkt man sehr schnell, dass die echten Indianer mit Winnetou eigentlich nicht wirklich was gemeinsam haben. Winnetou und Old Shatterhand, die Geschichten kennt jeder. Aber was erzählen diese Geschichten über das Leben der Indianer von heute? NICHTS!

Karl-May-Fest in Radebeul. Jedes Jahr wieder ein Erlebnis. Und wie jedes Jahr waren sie wieder da. Die echten Indianer aus Amerika.

Neben den Apachen auch die Oglala Lakotas aus South Dakota, die der Sprachfamilie der Sioux angehören.

Und auch so ein Indianer hat natürlich ein Leben. Mit all seinen Bräuchen, mit all seinen Geschichten. Geschichten von denen wir alle eine Menge lernen können.

Für die Oglala Lakotas gibt es kein: Meine und Deine – dort zählt das wir. Jeder für alle.
Für die Oglala Lakotas gibt es auch noch sowas wie Achtung. Sie achten ihre Ältesten, sie respektieren sich untereinander.
Für die Oglala Lakotas gibt es keinen Luxus, wie wir ihn kennen. 80% dieser Indianer leben in einem reichen Land wie die USA unter der Armutsgrenze. Haben keinen Job. Sie leben mit der Natur. Viele der jungen Indianer nehmen sich sehr früh das Leben. Drogen und Alkohol sind ein sehr großes Problem. Viele Indianer in Amerika werden heut zu Tage sowohl aus Deutschland, aber auch aus der Schweiz heraus zum Beispiel mit Lebensmitteln gefördert. Was im Klartext heißt. Indianer müssen heut zu Tage hungern. Richtig hungern und sind auf diese Spenden angewiesen.

Die Lebenserwartung bei diesen Menschen liegt bei nicht mal 55 Jahren. Ja es gibt auch ältere. Diese Zahl ergibt sich aber eben auch aus der sehr hohen Suizid-Rate unter den Jugendlichen.

Und wenn man z.B. Diesen Oglala Lakotas zu hört. Richtig zu hört, merkt man wie einfach diese Menschen in ihrem komplizierten Leben geblieben sind. Sie erklären sich die Welt selbst. Wie?

Beispiel:
Jeder hier in unseren Breitengraden will irgendwer oder irgendwas sein. Immer irgendwie im Mittelpunkt stehen. Manche gehen dafür sogar über Leichen.

Die Oglala Indianer erklären das aus ihrer Welt aber so:

Der Mensch ist grundsätzlich gleich. Egal wo auf dieser Erde. Die Sonne versorgt uns mit Licht, die Erde gibt uns die Kraft. Jeder einzelne Mensch hat im Grunde genommen seinen eigenen Horizont. Wenn man sich also z.B. auf einem Berg befindet, sich seinen Horizont sucht und dann ein Mal um die eigne Achse dreht bildet sich ein Kreis. In dessen Mittelpunkt man von ganz alleine steht. Der Mittelpunkt quasi im eigenen Leben. Jeder Mensch auf dieser Welt hat seinen eigenen Mittelpunkt. Egal wo er sich gerade befindet.

Warum müssen wir uns also immer in den Mittelpunkt stellen, obwohl wir doch längst unseren eigenen Mittelpunkt haben?

Die Oglala Lakotas verpacken dieses in einem Tanz mit Reifen (Hoop-Dance). Reifen, die eben diesen Kreis darstellen. Und all diese Reifen verbinden sich während des Tanzes zu verschiedenen Formen. Einen Schmetterling z.B. All diese Kreise verbinden sich und bilden am Ende eine Einheit. Was den Oglala Lakotas auch sehr wichtig ist. Weil sie eben eine Gemeinschaft sind.

Ja von Indianern kann man sehr sehr viel lernen. Mich persönlich hat das alles echt beeindruckt. Indianer teilen auch dann noch, obwohl sie eben selbst kaum etwas haben. In unserer Welt, die voll ist mit Futterneid und Luxus Gejammer undenkbar.


Zum Abschluss noch ein paar Links.

https://de.wikipedia.org/wiki/Oglala
Über die Oglala Lakotas
http://www.nativeprogress.org/de/
One Spirit Deutschland e.V. – Verein zur Unterstützung nordamerikanischer Indianer



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